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Wiesn-Trends 2026 für Männer – Lederhose, Hemd & Styling

Stefanie & Sonja Ragaller·

Seit fast 15 Jahren verkaufen wir als Familienunternehmen Tracht an Männer. Und schon unsere Eltern hatten in ihrem Modehaus in Niederbayern Lederhosen und Janker im Sortiment. Seitdem haben wir viel gelernt über Lederverarbeitung, Leinen- und Jacquard-Stoffe für Gilets und Loden und Walk für unsere Almliebe Janker und Trachten-Sakkos. Und vor allem über die Seele des Mannes, der meist unkompliziert ist beim Shoppen, aber trotzdem das ganz besondere Trachten-Outfit sucht. Die Almliebe-Schwestern Stefanie und Sonja Ragaller verraten die ultimativen Trachten- und Styling-Trends für Männer! 

Welche Lederhosen sind 2026 angesagt? 

Über die Länge der Lederhose muss man auch 2026 nicht diskutieren. Sie bleibt definitiv kurz, über dem Knie. Kniebundhosen und lange Lederhosen werden es auch diese Saison nicht schaffen, der kurzen Lederhose wieder den Rang abzulaufen. 

Knöpfe oder Bänder an der Lederhose? Das ist Geschmackssache. Früher hat man gesagt, dass Hirschhornknöpfe oder Büffelhornknöpfe eher aus Österreich kommen, Lederbänder oder Stoffbänder eher in Oberbayern verbreitet sind. Das hat sich mittlerweile vermischt. Stickereien und Farben aus Österreich und Bayern werden neu interpretiert und auch Knöpfe oder Bänder als Stilelement lassen sich heute keiner Region mehr eindeutig zuordnen. Wichtig ist, dass die Stickerei authentisch ist und nicht zu kitschig plakativ. 

Stickereien auf der Lederhose bleiben weiterhin eher dezent und Ton-in-Ton. Zur neutralen Stickerei lässt sich quasi alles kombinieren. Dunkle Grüntöne bleiben ein Thema und auch dezente helle oder dunkle Blautöne bleiben in den Lederhosen-Kollektionen. Plakative Stickereien in Hellgrün oder kräftigem Grün bleiben dem Mann, der auffallen will und eher neutrale Gilets und Westen zum Beispiel in Dunkelgrau oder Schwarz dazu trägt. 

Helle Naturtöne und Graunuancen bleiben bei der Lederhose wichtig und modern. Die klassisch braune Lederhose kann man tragen, aber nur wenn man sehr konservativ und nicht offen für neue Strömungen ist, sozusagen die Lederhose auf Lebenszeit sucht.

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Lederhose aus Ziege oder Hirsch? Was ist der Unterschied?

Die Hirschlederhose ist eine Investition, die sich meistens lohnt, weil sie zeitlos ist und meist noch an die Söhne und Enkelsöhne vererbt wird. Es ist die höchste Lederqualität, sehr robust, passt sich trotzdem dem Körper gut an und ist sehr atmungsaktiv. Sie fühlt sich nach kurzer Zeit an wie eine zweite Haut. Der große Unterschied zum Ziegenleder ist auch die hochwertige Verarbeitung. Hirschlederhosen werden meist sämisch, das heißt auf natürlich Art und Weise gegerbt. Auch die weiteren Arbeitsschritte sind handwerklich meist auf einem sehr hohen Niveau. Zum Beispiel die Färbetechnik und vor allem auch die Stickerei. Die Hirschlederhose ist ein Luxusprodukt, das man bei Almliebe ab knapp 1000 Euro bekommt. 

Aber auch bei der Ziegenlederhose hat sich einiges getan in punkto Qualität und Verarbeitung. Hat man früher den Unterschied zur Hirschlederhose überdeutlich gesehen, tut sich der Laie in der Regel schwer, den Qualitätsunterschied auf den ersten Blick zu erkennen. Denn auch die Ziegenlederhosen sind zum Teil sehr hochwertig verarbeitet, die Lederfarben wirken authentisch und auch die Stickereien haben sich handwerklich weiterentwickelt. Sie fühlt sich anders an als eine Hirschlederhose und wirkt nicht ganz so edel, dafür kann man die Ziegenlederhose ab ca. 250 Euro haben. Hochwertige Ziegenlederhosen von der österreichischen Manufaktur Ostarrichi oder von Beckert kosten um die 500 Euro. 

Welche Alternative gibt es zur Lederhose? Die Stresemann-Hose

Wer jetzt an Jeans denkt, ist falsch gewickelt. In diesen Zeiten kann man sich auch als Tourist oder Zugereister kaum mehr ohne Tracht auf die Wiesn wagen. Tracht ist allgegenwärtig und gehört für die meisten einfach mit dazu, zum Flair und zur Stimmung auf dem Oktoberfest. Übrigens gilt das auch für alle übrigen Volksfeste – ob in Bayern oder in Amerika. Was sich allerdings als echte Alternative entwickelt hat, ist die klassische Stresemann-Hose. Oft gestreift, in Anthrazit oder Schwarz und mit Hosenträgern kombiniert. Früher war die Stresemann das Festtags-Gewand, während man die Lederhose eher beim Arbeiten und im Alltag trug. Gerade bei Hochzeiten in Tracht greift der Bräutigam heute öfter wieder zur Trachtenhose, vor allem im Herbst oder Winter, wenn man in kurzer Lederhose oft friert. Außerdem kann man sich abheben von der Masse und wirkt sehr informiert und traditionell zugleich.

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Was trägt Mann zur Lederhose?

Ganz wichtig: Kein Geschirr! Zumindest wenn Mann nicht beim Trachtenverein ist oder nicht von der Oma handbestickte Hosenträger vererbt bekommen hat. Die klassische Kombination aus den 90er Jahren aus brauner Lederhose mit passenden Hosenträgern ist passé. Im Sommer können informierte Männer über farbige Leinenhemden und Stoff-Hosenträger zur Lederhose nachdenken. Ansonsten gilt: das Gilet / die Trachtenweste sticht die klassischen Lederhosenträger. Stattdessen kommen manche Lederhosen mit passendem Ledergürtel.

Unterhosen schon! Der Mythos vom nackten Leder auf der Haut ähnlich wie beim Schottenrock hält sich vor allem im anglo-amerikanischen Raum sehr hartnäckig. Auch alle anderen Legenden unten herum sind Legenden, die heutzutage keine Berechtigung mehr haben ;-)

Das Trachtenhemd

Schmale Trachtenhemden mit Stehkragen uni oder mit dezenten Streifen zur Lederhose sind mittlerweile gesetzt. Alternativ geht auch ein Schlupfhemd oder Pfoad, das nicht ganz durchgeknöpft und ein bisschen weiter geschnitten ist. Reine Leinenhemden, auch in Farben wie Grau, Grün oder Blau, können gerade zur hellen Lederhose sehr gut aussehen. Vor allem großkarierte Hemden im klassischen Tischdecken-Stil in Weiß-Blau oder Weiß-Rot sind ein absolutes No-Go und outen Dich als Nichteinheimischen.

Gilet oder Trachtenweste

Das schmal geschnittene hochgeschlossene Gilet mit Stehkragen gehört schon fast zur Grundausstattung neben kurzer Lederhose und Hemd. Zur Wiesn 2026 sind die Farben Dunkelblau, Dunkelgrün und auch Schwarz ganz vorne dabei. Der Porsche unter den Gilets ist die Trachtenweste vom Premium Label Gottseidank. Aber auch Almliebe hat hochwertige Gilets aus edlen gewebten Stoffen im Sortiment. Aufsteiger bei den Trachtenwesten ist das Miesbacher Gilet. Die traditionelle Westenform mit dem runden Ausschnitt vorne und Kette wurde früher zu den plakativen Hosenträgern getragen. Heute ist der Ausschnitt modernisiert, nicht mehr so tief und passt gut über Pfoad-Hemden mit dekorativen Biesen.

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Haferlschuhe & Trachtenstrümpfe

Definitiv Haferlschuhe. Je festlicher der Anlass – und die Wiesn ist der Höhepunkt aller Feste – desto traditioneller das Schuhwerk. Seitlich geschnürte Haferlschuhe aus Leder in Schwarz gehören definitiv zur Lederhose. Haferlschuhe mit Ledersohle wirken filigraner, sind aber nicht so robust wie Schuhe mit Gummisohle. Das ist also eher eine praktische Überlegung, je nach Wetter und Stimmungslage auf der Wiesn. Sneaker oder legere Lederschuhe sind im Biergarten erlaubt, aber natürlich auch bei Touristen, die eher selten die Gelegenheit haben, Tracht zu tragen.

Trachtenstrümpfe: Auch hier gilt die Regel: Je festlicher der Anlass, desto höher die Strümpfe. Sprich zu richtig festlichen Anlässen wie Hochzeiten oder die Wiesn trägt man kniehohe Strümpfe aus Wolle. Auch wenn's ein bisschen warm ist, liebe Männer! Im Hochsommer oder beispielsweise zum Waldfest am Land gehen auch kurze Socken zum Runterschieben oder Schoppen. Wieder angesagter sind auch die klassischen, geteilten Loferl (Schienbein und Füßling), spätestens seitdem die Marke Gottseidank sie wieder in sehr hochwertiger Ausführung, nämlich aus Merinowolle, im Sortiment hat.

Trachtenaccessoires

Weniger ist mehr. Lieber ein schönes, wertvolles Accessoire wie das klassische Charivari (Kette für die Lederhose mit verschiedenen Anhängern) als viele nichtssagende billige. Auch ein Hut sollte was Besonderes sein und zum Typ passen. Auf billige „Seppl-Hüte" sollte man verzichten. Lustige Anstecker zum Beispiel von Gaudiknopf können witzig sein auf Hut oder Gilet.

Wer braucht schon einen Janker?

Zur Wiesn im September kann es vor allem abends empfindlich kalt sein. Ein schmal geschnittener Janker oder ein Trachtensakko sind die ideale Ergänzung zum Wiesn-Look aus kurzer Lederhose, Hemd und Gilet. Man darf ihn nur nicht verlieren oder liegen lassen im Festzelt. Jeansjacken oder Outdoor-Jacken zum Trachten-Look gehen leider gar nicht. Wer es nicht ganz so förmlich mag, kann auch einen legeren Strickjanker tragen. Zu festlichen Anlässen wie Hochzeiten in Tracht gibt es keinen Ersatz für die Trachtenjacke, die meist schmal geschnitten ist und einen Stehkragen hat. Die besten Farben beim Janker sind immer noch Dunkelblau, Grau, Grün und vermehrt auch wieder Schwarz.

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